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Vom Versicherer zum Solution Provider?
Geschrieben von: Markus Heussen   
Tuesday, 05 February 2008 23:44

Industrialisierung in der Assekuranz?

„Industrialisierung ist die Erzeugung von gewerblichen Gütern in einer durch hochgradige Arbeitsteilung, Modularisierung und Automatisierung gekennzeichneten Produktionsorganisation“. So oder so ähnlich lesen sich die Beschreibungen von Industrialisierung in unterschiedlichen Lexika.

Solche Definitionen von Industrialisierung enthalten jedoch Begrifflichkeiten, die traditionell nicht zum Dienstleistungssektor passen und damit auch nicht eins zu eins übertragbar sind. Und dass es in der Versicherungswirtschaft (noch immer) keine wirklich klare Definition des Begriffs „Industrialisierung“ gibt, merkt man schnell, wenn man mit Branchenvertretern spricht. Man hört nämlich fast zwangsläufig Begriffe wie Konsolidierung, Rationalisierung und Prozessoptimierung.

IT-Vertreter und Software-Entwickler industrialisieren durch Automatisierung. Mummert spricht in einer Studie bei der Divisionalisierung von Vertriebs- und Verwaltungsgesellschaften bzw. Versicherungsfabriken von der Industrialisierung. Andere sprechen bei der Senkung der Wertschöpfungstiefe durch Outsourcing von Industrialisierung.

Ist also Industrialisierung in der Versicherungswirtschaft ein Synonym für all diese Begriffe? Wird heute da industrialisiert wo früher rationalisiert wurde? Drehen wir kurz die historische Uhr um rund 200 Jahre zurück...

Zuletzt aktualisiert ( Wednesday, 06 February 2008 12:12 )
 
BiPRO-Tutorial: eVB-Implementierung in Java und PHP
Geschrieben von: Markus Heussen   
Tuesday, 15 January 2008 23:10

Die Brancheninitiative Prozessoptimierung (BiPRO e. V.) hat ein kostenloses Tutorial zur Implementierung der BiPRO-Norm 460 (Elektronische Beantragung bzw. Regististrierung von Versicherungsbestätigungen) herausgegeben.

Ab 1. März 2008 wird das papiergebundene Verfahren zur Versicherungsbestätigung bei Kfz-Zulassungen durch ein elektronisches Verfahren ersetzt. Der Versicherungsnehmer erhält künftig von seinem Versicherer eine siebenstellige Nummer, die so genannte VB-Nummer. Diese Nummer benötigt die zuständige Zulassungsstelle bei der Anmeldung des Fahrzeugs, um das Vorhandensein einer Kfz-Versicherung zu überprüfen. Der Versicherer ist verpflichtet, den Zulassungsbehörden das Bestehen einer Kfz-Versicherung auf elektronischem Weg mitzuteilen.

Hierzu stellt das Versicherungsunternehmen die Daten des Versicherungsnehmers in eine zentrale Datenbank ein. Diese Datenbank wird von der GDV Dienstleistungs-GmbH & Co. KG (Zentrale Stelle) betrieben. Die Zentrale Stelle erteilt eine VB-Nummer und gibt diese an den Versicherer zurück, der sie an den Versicherungsnehmer übermittelt. Die Zulassungsbehörde greift während der Fahrzeugzulassung auf die Datenbank der zentralen Stelle zu, um das Vorhandensein einer Kfz-Versicherung zu überprüfen. Die VB-Nummer dient hierbei als eindeutiges Selektionskriterium.

Der Vermittler steht beim Verkauf einer Autoversicherung gewöhnlich zwischen Versicherungsgesellschaft und Versicherungsnehmer. Er wird künftig eine VB-Nummer an Stelle der bisherigen papiergebundenen Versicherungsbestätigung an den Versicherungsnehmer herausgeben. Dazu muss er die Daten des Versicherungsnehmers erfassen (mindestens Name und Anschrift) und an das Versicherungsunternehmen weiterleiten. Der Versicherer leitet die Daten nach Prüfung seinerseits elektronisch an die Zentrale Stelle weiter und erhält von dort die VB-Nummer. Diese VB-Nummer gibt er an den Vermittler zurück. Hierbei handelt es sich um das so genannte Zug-um-Zug-Verfahren.

Der BiPRO e. V. hat mit und für die Deutsche Versicherungswirtschaft den Prozess zwischen Vermittlern und Versicherungsunternehmen zur elektronischen Anfrage einer Versicherungsbestätigungsnummer standardisiert und die Rahmenbedingungen für eine automatische System-zu-System Kommunikation definiert.

Das Vertriebs- oder Bestandsführungssystem eines Versicherungsunternehmens bietet dem Bestands-, Vertriebs- oder Tarifvergleichsystem eines Vermittlers über das Internet einen so genannten eVB-Service an. In Echtzeit werden die Daten aus dem System des Vermittlers in normgerechte BiPRO-Datenstrukturen umgewandelt und in einem Standardverfahren an das Versicherungsunternehmen übertragen. Der Versicherer prüft die Daten, registriert seinerseits den Versicherungsnehmer in der zentralen Datenbank des GDV und gibt die VB-Nummer unmittelbar an das System des Vermittlers zurück. Dieser Vorgang dauert i. d. R. nur etwa ein bis zwei Sekunden.

Der Vorteil: Die Hersteller des Vermittlersystemen brauchen nur noch ein einziges Mal den standardisierten Datenaustausch programmieren. Der Makler kann anschließend schnell und direkt auf alle Versicherer zugreifen, die die BiPRO-konforme Schnittstelle anbieten. Die Versicherer haben den Vorteil, dass sie die Kontrolle über Daten und Prozesse nicht verlieren. Sie können die Daten vor der eigentlichen Registrierung bei der Zentralen Stelle prüfen und anhand der Anfrage weitere internen Prozesse steuern.

Das Tutorial richtet sich an Softwareentwickler in Versicherungsunternehmen, bei Vermittlern und Dienstleistern, die noch Einsteiger in der Welt moderner XML Web Service-Technologien sind und bislang noch keine Erfahrungen bei der Implementierung von BiPRO Normen gemacht haben. Darüber hinaus ist es auch für BiPRO-Anwender von Interesse, die zwar bereits mit der BiPRO Web Service Welt vertraut sind, aber bislang lediglich das Release 1.0 der BiPRO-Normen implementiert haben. Die Implementierung des eVB-Service erfolgt auf Basis des Release 2.0 der BiPRO-Normen.

Das komplette eVB-Norm Package inkl. Tutorial können Sie hier kostenlos downloaden.

Zuletzt aktualisiert ( Wednesday, 16 January 2008 13:07 )
 
Neues Online-Magazin für die Versicherungs- und Finanzwirtschaft
Geschrieben von: Markus Heussen   
Monday, 24 December 2007 16:30

Unter dem Namen STANDARDISIERUNG startet ab Januar 2008 ein Online-Magazin für die Versicherungs- und Finanzwirtschaft. Freie Autoren aus der Wirtschaft recherchieren und kommentieren aktuelle Themen, die einen mittelbaren oder unmittelbaren Bezug zur Standardisierung haben. Das Magazin finden Sie unter www.standardisierung.net.

 
BiPRO jetzt auch bei XING
Geschrieben von: Markus Heussen   
Tuesday, 18 December 2007 21:00

Die Brancheninitiative Prozessoptimierung (BiPRO) entwickelt als Non-Profit Organisation mit und für die deutsche Versicherungswirtschaft fachliche und technische Normen, um die unternehmens- und branchenübergreifenden Prozesse zwischen den Marktteilnehmern der Assekuranz zu optimieren. Die BiPRO ist damit so etwas wie die DIN für die Assekuranz.

Auf der Business Community-Plattform XING wurde jetzt der BiPRO Club (https://www.xing.com/net/bipro-club/) gegründet. Hierbei handelt es sich um ein Anwenderforum mit dem Ziel, die Normen des BiPRO e. V. zu fördern und zu verbreiten.

BiPRO Club-Mitglieder erhalten kostenlos allgemeine Informationen rund um den Verein, Tipps und Hilfestellungen bei der Anwendung veröffentlichter BiPRO-Normen, Kontakte im Umfeld der Initiative sowie zu potenziellen Partnern für neue BiPRO-Projekte und vieles mehr.

 
Vom Versicherer zum Solution Provider?
Geschrieben von: Markus Heussen   
Saturday, 15 December 2007 15:30

Industrialisierung der Versicherungswirtschaft: Vom Versicherer zum Solution Provider? Vision oder Realität?

Vor gut dreieinhalb Jahren noch eher unbedeutend, ist "Industrialisierung" in diesem und letzten Jahr das Modewort in der Assekuranz. Vertreter der Automobilindustrie belächeln diese Entwicklung, ist das Thema doch gut 200 Jahre alt.

Aber für die bis Mitte der neunziger Jahre staatlich regulierte Versicherungswirtschaft ist Industrialisierung nicht selbstverständlich und eben nicht 200 Jahre alt. Es ist eine Art Revolution. Inzwischen gibt es Studien der St. Gallener Universität zum Thema und die Branche befindet sich im "Industrialisierungswahn". Aber ein klares Bild von Industrialisierung gibt es auch heute noch nicht wirklich.

In einer Artikelserie versucht dieses Weblog die mögliche Bedeutung der Industrialisierung für die Versicherungswirtschaft und im Speziellen für die Payment Protection-Branche zu bewerten. Es befasst sich mit der Evolution vom Restkreditversicherer zum Solution Provider, weg von der produktzentrischen Ausrichtung hin zur Nutzenorientierung.

Zuletzt aktualisiert ( Sunday, 16 December 2007 11:48 )